‚ERAN ZUR: Die Kreuzberg Sonate‘ feat. Sivan Shavit und Geva Alon

Der israelische Rockstar Eran Zur ist erstmals in Deutschland zu Gast! In einem aufregenden Schlagabtausch aus Poesie und Musik riskiert er zusammen mit seinen Weggefährt:innen einen aktuellen Blick auf Tolstois Kreutzersonate.

Die Kreuzberg Sonate lädt das Publikum auf eine Reise zu einigen Stationen von Eran Zurs Karriere ein – darunter seine Arbeit mit dem israelischen Folk-Indie-Star Geva Alon, mit DER weiblichen Stimme der israelischen Alternative-Rock-Szene, Sivan Shavit, und mit Musik seiner Band „Carmela Gross Wagner“, die ihn in Israel berühmt machte. Mit seinem unverwechselbaren Erzählstil wird Zur auch Passagen aus Tolstois Kreutzersonate rezitieren. Als die Novelle 1916 im heute weißrussischen Pinsk ins Hebräische übersetzt und veröffentlicht wurde, erfreute sich Tolstoi großer Beliebtheit bei den osteuropäischen Juden und Jüdinnen, die auch für ihre spektakulären Schawuot-Feiern mit ausgiebigem Gesang und Rezitation bekannt waren. In ihrem Geiste werden Zurs Rezitationen der gefühlsbetonten und emotional eindringlichen Musik von Leoš Janáček gegenübergestellt, dessen modernistische Komposition ebenso von Tolstois Novelle inspiriert ist.

Eran Zur ist bekannt für das Austesten von Grenzen. Seine Poesie und seine Musik umfassen sowohl das Klare und Eindeutige als auch das Rätselhafte und Obskure. Es ist schwer, seine Texte zu klassifizieren: Ist es Songwriting? Ist es Poesie? Zwischen den Songs wechselt Zur oft zum Rezitieren: Sein eigenwilliger Sprachstil, ein Markenzeichen, für das er vielleicht am meisten bekannt ist, birgt eine reiche Gefühlspalette. Manchmal ist er sinnlich, aber er kann auch vulgär werden.

Für das ID Festival 2022 wird er nun erstmals auch dem Berliner Publikum eine Kostprobe davon geben. Doch zuvor liefern das Shaul Bustan Trio und der Singer-Songwriter Hamuchtar ein schweißtreibendes Entree zwischen klassischer Avantgarde, Weltmusik, Jazz, Liederabend und freier Improvisation.

Eran Zur: Bass und Gesang
Amir Zoref: Gitarre
Avshalom Caspi: Keyboards
Chris Fahr: Schlagzeug
Geva Alon: Gitarre und Gesang
Hila Karni: Cello
Lir Vaginsky: Geige
Ohad Ben-Ari: Klavier
Sivan Shavit: Gesang

© Yuval Erel

Opening Acts: Shaul Bustan Trio & Hamuchtar mit Avshalom Caspi

Shaul Bustan Trio 

In einer Synthese aus israelischer Wüstenmusik und europäischen Klängen verbindet das Shaul Bustan Trio Vergangenheit und Zukunft, Schmerz und Lebensfreude, Orient und Okzident. Der in Schleswig-Holstein lebende Oudspieler und Kontrabassist Shaul Bustan wurde in einem kleinen Kibbuz in der Negev-Wüste geboren. Inspiration fand er in seiner Familiengeschichte: Seine rumänischen und iranischen Urgroßväter kamen beide aus Musikerfamilien. Gemeinsam mit Julia Czerniawska (Violine) und Lillia Keyes (Cello) bildet er das Shaul Bustan Trio. Für das ID Festival haben die drei einen Mix zwischen klassischer Avantgarde, Weltmusik, Jazz und freier Improvisation zusammengestellt.

Shaul Bustan: Oud und Kontrabass
Julia Czerniawska: Geige
Lillia Keyes: Cello

© Shaul Bustan Trio

Hamuchtar & Avshalom Caspi 

Seit den frühen 90er Jahren ist Hamuchtar ein Phänomen der israelischen Theater- und Musikszene: In seinen Darbietungen verbinden sich Poesie und Dekadenz durch eine einzigartige Kombination aus Kabarett mit jemenitischen, nahöstlichen und elektronischen Musikstilen. Er hat mehr als ein Dutzend Musikalben veröffentlicht und ist in zahlreichen Filmen und Theaterstücken als Autor, Regisseur und Darsteller zu sehen. Mit seiner tiefen Bassstimme und seiner theatralischen Darbietung wird Hamuchtar eine Auswahl seiner Lieder auf Hebräisch, Englisch und Deutsch vortragen. Begleitet wird er am Klavier von Avshalom Caspi, einem in Berlin lebenden, preisgekrönten israelischen Filmkomponisten.

Hamuchtar (Gilad Philip Ben-David): Performance
Avshalom Caspi: Klavier

© Clarissa Farran

 

© Nino Bikovsky

Amir Zoref

© Clarissa Farran

Avshalom Caspi

© Chris Farr

Chris Farr

© Orit Pnini

Eran Zur

© Guli Cohen

Geva Alon

© Hamuchtar

Hamuchtar

© Guy Hecht

Hila Karni

© Julia Czerniawska

Julia Czerniawska

© Merav Maroody

Lir Vaginsky

© Guli Cohen

Lillia Keyes

© Merav Maroody

Ohad Ben-Ari

© Orit Pnini

Shaul Bustan

© Guy Kushi and Yariv Fein

Sivan Shavit

Biographien

Amir Zoref ist ein etablierter Musiker, Gitarrist, Musikproduzent und Komponist vieler bekannter Songs, die vom israelischen Publikum und Radio begeistert aufgenommen wurden. Er ist Musikproduzent von rund 30 israelischen Alben und arbeitete mit Musikern wie: Shalom Chanoch, Yehudit Ravitz, Evyatar Banai, Knesiat hasechel, Girafot und anderen. Amir Zoref ist Sivan Shavits Lebens- und Musikpartner. Zoref ist der Musikproduzent und Co-Arrangeur aller Lieder von Sivan Shavit, deren Songs sie auch gemeinsam schreiben.

Avshalom Caspi ist ein in London und Berlin lebender Komponist. Ausgebildet am Royal College of Music, komponiert er für Orchesterensembles, Stimmen und Elektronik. Seine Musik ist in über 40 Film-, Fernseh- und Theaterprojekten – etwa von Pedro Almodóvar, Anne Lister oder Ian Brown zu hören – und wurde beim Shanghai International Film Festival 2012 als beste Filmmusik ausgezeichnet und für den Goya 2012 nominiert. Caspi hat auch mit Bands wie Snow Patrol, Doves und Bloc Party an Orchester- und Chorarrangements für Aufnahmen und Live-Projekte zusammengearbeitet. Mehr Infos hier.

Den gebürtige Amerikaner Chris Farr zog es nach sieben Jahren in der New Yorker Musikszene über den Atlantik nach Berlin. Seine Ausbildung machte Farr am  Berklee College of Music (’99-’02), für das er ein Stipendium bekam und gebeten wurde, das Commencement-Konzert ’02 zu Ehren von Shirley Horn und David Foster zu spielen. Er studierte mit den Schlagzeug-Größen Dave Dicenso, Kenwood Dennard, Jonathan Joseph und Jackie Santos. Farr tritt in den USA, Großbritannien und in Europa sowohl als Headliner als auch als Support Act auf, unter anderem mit Künstler:innen wie Hiromi, Albert Lee, Johnny A, Jon Faddis, Oli Rockberger, James Burton, Emma Elisabeth, Kinbom und Keßner, Sophie Auster oder dem Moka Efti Orchestra.

Der israelische Sänger, Komponist und Autor Eran Zur wurde 1965 in Haifa geboren und ist seit den achtziger Jahren in der israelischen Rockmusikszene aktiv. Er war Mitglied der Bands “Tattoo” und “Carmela, Gross, Wagner”, bevor er eine erfolgreiche Solokarriere einschlug. Zur hat etwa ein Dutzend Studioalben aufgenommen, die Hälfte davon als Solokünstler, und viel Musik für Film und Theater komponiert. Im Jahr 2020 erschien sein zweiter Roman, “Das Biest im Bauch”. Eran Zur hat mehrere Auszeichnungen für seine Leistungen erhalten, darunter den hebräischen Poesiepreis 2011 und den “Meir-Ariel-Preis für Kreativität in der hebräischen Sprache”, der Eran Zur 2013 vom israelischen Premierminister verliehen wurde. Zur lebt in Tel Aviv und ist Fakultätsmitglied an der Rimon School of Music. Mehr Infos hier.

Der israelische Folk/Rock-Sänger und -Songwriter und Gitarrenvirtuose Geva Alon ist einer der einflussreichsten Musiker des heutigen Israel. Alon gilt in Israel als eine:r der besten Gitarrist:innen aller Zeiten, ein fesselnder Sänger und ein einzigartiger Songschreiber, dessen neue Projekte stets mit Spannung erwartet werden. Seit 2006 hat Alon sieben Alben und eine EP aufgenommen und veröffentlicht, tourt ständig durch Israel, Europa und die USA, arbeitet mit erstklassigen Künstler:innen zusammen und erhielt hervorragende Kritiken sowohl für seine atemberaubenden Live-Auftritte als auch für seine gesamte Discographie.

Hamuchtar, Gilad Philip Ben-David ist ein Sänger und Kabarettist, der seine Karriere in den späten 1980er Jahren in Tel Aviv begann. Er hat in verschiedenen Filmen mitgewirkt, so etwa in „Amazing Grace“ des verstorbenen Regisseurs Amos Guttman. Er hat mehr als ein Dutzend Musikalben veröffentlicht und ist in zahlreichen Filmen und Theaterstücken als Autor, Regisseur und/oder Darsteller zu erleben. Sein Musikstil umfasst Kabarett, Mizrahi-Musik, jemenitische Musik und Electronica.

Hila Karni, geboren in Tel Aviv, tourte als Cellistin schon im Alter von 13 Jahren durch Europa, Kanada und in die Vereinigten Staaten. Sie studierte bei Zvi Harel, Uzi Wiesel, David Geringas und dem legendären Bernard Greenhouse. Gemeinsam mit dem Geiger Daniel Bard und dem Pianisten Ohad Ben-Ari gründete sie 2006 das erfolgreiche Trio Mondrian, das zahlreiche Preise, darunter den 1. Preis des Internationalen Kammermusikwettbewerb in Triest gewann. Seit 2021 ist Hila Mitglied des Trio Lirico. Hila Karnis Einspielungen mit der Hamburger Camerata und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg wurden von der Kritik enthusiastisch besprochen. Auf Anregung ihrer Tochter Lir Vaginsky rief sie 2015 in Berlin die erfolgreiche Kammermusikreihe „Prelude Concerts“ ins Leben, die jungen Talenten die Möglichkeit bietet, mit professionellen Musikern aufzutreten. Mehr Infos hier.

Julia Czerniawska wuchs in einer Musikerfamilie auf und begann im Alter von sechs Jahren Geige zu spielen. Nach Abschluss ihres Geigenstudiums in Polen und Österreich (Universität Mozarteum Salzburg) musizierte sie in diversen europäischen Orchestern und kleineren Ensembles.  Bereits während ihrer klassischen Ausbildung entdeckte sie ihre Faszination für Jazz und improvisierte Musik. Durch das Mitwirken in verschiedenen Bands und dem Jazz Studium bei Didier Lockwood in Paris, entwickelte sie ihre musikalische Freiheit und Freude am Entdecken verschiedener Musikstile.

Die israelische Geigerin Lir Vaginsky konzertiert weltweit und ist regelmäßig Gastsolistin bei renommierten Festivals und Orchestern. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten gehören Soloauftritte u.a. in der Laeiszhalle, der Elbphilharmonie und der Berliner Philharmonie. Zuletzt trat Lir gemeinsam mit Max Richter im Konzerthaus Berlin auf. Als Mitglied der LGT Young Soloists nahm Lir als Solistin zwei CDs unter dem Label RCA Red Seal Sony auf. Sie ist Preisträgerin des Ysaye, „Young Paganini“ und Grand Prize Virtuoso International Wettbewerbs. Lir spielt derzeit auf einer Geige von G.B. Guadagnini aus dem Jahr 1745, die ihr freundlicherweise von der Beare’s International Violin Society zur Verfügung gestellt wurde. Mehr Infos hier.

Lillia Keyes wurde in Poughkeepsie, NY, USA geboren. Nach Abschluss ihres Jungstudiums als Cellistin unter Ardyth Alton und Fred Sherry an der Juilliard School in New York, studierte sie am Cleveland Institute of Music bei Prof. Stephen Geber. Nach dem Bachelor-Studium wurde sie in die Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim aufgenommen. Ihr Masterstudium hat sie an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Markus Nyikos erfolgreich abgeschlossen. Als Gast spielt sie beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Staatskapelle Berlin und Ensemble United Berlin. Lillia ist Gründungsmitglied von ‘she plays cello’ und ‘Duo Nuage’.

Der in Israel geborene Pianist und Komponist Ohad Ben-Ari ist der künstlerische Leiter des ID Festivals, das er 2015 gegründet hat. Ausgebildet als klassischer Musiker, hat Ohads Karriere überraschende Wendungen genommen, die zu vielfältigen Kollaborationen führten, von Kanye West bis Sir Simon Rattle. Heute lebt Ohad Ben-Ari mit seiner Familie in Berlin, wo er als Pianist regelmäßig mit Guy Braunstein, Avi Avital, Noah Bendix-Balgley und Emmanuel Pahud sowie vielen anderen zusammenarbeitet. Ben-Aris Kompositionen und Arrangements werden rund um den Globus aufgeführt. Sein jüngstes Werk, der für die Mezzosopranistin Magdalena Kožená geschriebene Liederzyklus „Paterson“, wird in der kommenden Saison in Ingolstadt mit dem Georgischen Kammerorchester uraufgeführt. Mehr Infos hier.

Der israelische Komponist, Kontrabassist und Oud-Spieler Shaul Bustan wurde 1983 im Süden Israels geboren. Er absolvierte sein Masterstudium in Komposition an der Jerusalem Academy of Music im Jahr 2009. Im Laufe seiner Karriere hat er über 400 Stücke komponiert: von Oper über Kammer- und Orchestermusik bis zu Musik für Film und Theater. Seit 2011 lebt Bustan in Deutschland. Neben seiner Tätigkeit als Komponist leitet er mehrere Chöre und tritt mit seinem Trio in ganz Deutschland auf.

Sivan Shavit ist eine israelische Singer-Songwriterin. Die in Berlin lebende Shavit begann ihre Karriere in den 90er Jahren in Tel Aviv und gewann schnell Anerkennung für ihre einzigartigen „Indie-Pop-Melancholie“-Melodien und filmischen Texte. Ihre Lieder wurden auch vom Radio begeistert aufgenommen und werden immer noch täglich ausgestrahlt. Sie scheinen etwas Klassisches einzufangen, das den Test der Zeit besteht. Shavit komponierte alle ihre Lieder zusammen mit ihrem Lebens- und Musikpartner Amir Zoref und arbeitete mit einigen der größten Musiker Israels zusammen, wie Yehudit Ravitz, Nurit Galron, Eviatar Banai und Assaf Amdursky.




die kreuzberg sonate ticketKombiticket Abendprogramm

So 5. Juni 19:00 PREMIERE

Kategorie

Konzert- Israeli Rock / Alternative Rock / Indie Folk / Klassische Moderne

Ort

Radialsystem Halle

Tickets

DIE KREUZBERG SONATE 26 | 20 €

KOMBITICKET ABENDPROGRAMM 38 | 28 €

Dauer

2,5 Stunden

Sprache

Englisch & Hebräisch