»DOCH DAS WOLLT IHR NICHT!« Altneuland, the sequel?

Ein Panel als Gedankenexperiment: Was wäre, wenn plötzlich eine bisher unbekannte Fortsetzung des Romans »Altneuland« von Theodor Herzl auftauchen würde? Was, wenn Wissenschaftler es als authentisches, historisches Dokument lesen würden? Im Originaltext von 1902 entwirft Herzl die Utopie einer jüdischen Gesellschaftsordnung in Palästina. Vermutlich um 1925 von einem unbekannten Künstler gestaltet, besteht das »ARETZ-Skizzenbuch« aus 60 Seiten mit Tuschezeichnung und vielen Notizen für eine nie vollendete grafische Geschichte. Zusammen gelesen scheint dieses neu entdeckte Dokument den ursprünglichen propagandistischen Stil von Herzl zu verzerren und damit die gesamte zionistische Nationalerzählung, wie sie heute oft erzählt wird, zu überholen.

Biografien

Sapir Hubermann ist Doktorandin des Internationalen Doktorandenprogramms für Literatur- und Kulturwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschung beschäftigt sich mit visuellem Archivmaterial aus dem Nahen Osten und dessen Rolle in Medien, Film und anderen künstlerischen Produktionen. Außerdem hat sie einen M.A. in Kunsttheorie und Kuratorik von der Kunstakademie Weißensee in Berlin und arbeitet parallel zu ihrer Forschung als freie Kuratorin, Kulturmanagerin und Kunstvermittlerin an verschiedenen Institutionen.

Dr. Ofri Ilany ist Historiker und Polonsky-Postdoc-Stipendiat am Van Leer Insitute in Jerusalem. Sein Buch mit dem Titel »In Search of the Hebrew People: Bible and Nation in the German Enlightenment«  wurde von der Indiana University Press veröffentlicht, und seine Kolumne »Under the Sun« ist Teil der wöchentlichen Beilage des Haaretz Magazins. Er unterrichtet sowohl an der Universität Tel Aviv als auch an der NYU Tel Aviv und schreibt zur Zeit an einem Buch über die homosexuelle Geschichte des britischen Mandatsgebietes Palästina.

Gabriel S. Moses ist ein in Leipzig lebender Wissenschaftler und Medienkünstler. Seine Arbeiten wurden auf der Ars Electronica in Linz und im Lenbachhaus in München, sowie auf dem FILE FESTIVAL in Sao Paulo und der transmediale Berlin gezeigt. Im Jahr 2014 gewann sein Projekt Enhancement den ersten Preis beim Wettbewerb »Future Storytelling« im HKW Berlin. Derzeit ist er DAAD-Stipendiat und promoviert an der Bauhaus-Universität Weimar im Bereich der künstlerischen Forschung an der Grenze zwischen Performance und digitaler Kulturforschung. Seit 2018 ist er Mitleiter des Tel Aviv Salon für künstlerische Forschung.

Hadas Reshef wurde 1982 in Israel geboren und lebt derzeit in Berlin. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin, Kuratorin, Produzentin von Ausstellungen und Kunstveranstaltungen, als Kunstjournalistin und als Kunstlehrerin. 2007 schloss sie ihr Bachelor-Studium an der Hamidrasha School of Art in Israel ab und im Jahr 2016 ihren Master-Abschluss in Ethnologie und Kulturanthropologie an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, Polen. Zurzeit promoviert sie an der Freien Universität in Berlin zum Thema »Moderne Beschäftigung mit jüdischer Kunst – Konstruktionen und Ikonoklasmus«, unterstützt durch ein Stipendium des ELES.

Diskussionsteilnehmer*innen
Dr. Ofri Ilany, Gabriel S. Moses, Hadas Reshef

Moderation
Sapir Huberman

© Hadas Reshef

Sapir Huberman

© Tamar Adabi

Dr. Ofri Ilany

© Maral Samir Gurbanzadeh

Gabriel S. Moses

© Adi Huberman

Hadas Reshef

Eintritt frei

Sa 25. April 18:00

Veranstaltungsort
radialsystem Studio B

Tickets
Eintritt frei

Dauer
1 Stunde 45 Minuten

Sprache
Englisch