Über das Festival

GRUẞWORT DER STAATSMINSTERIN PROF. MONIKA GRÜTTERS MDB

Frau Prof. Monika Grütters
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Absurd

ID Festival 2021 5th anniversary ABSURD online edition

Unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters MdB

Live gestreamt aus dem radialsystem Berlin und dem BOXWERK München

Als wir mit der Arbeit zum fünften ID Festival begannen, ahnten wir nicht, dass uns die Welt bald einiges über das Absurde lehren würde. Im Rückblick erscheint die Wahl des Themas für unsere Jubiläumsausgabe geradezu harmlos. Sicher, das Leben war damals wie heute absurd genug. Aber jeder würde zustimmen, dass das Absurde der Welt von gestern ein anderes war.

Das Thema erwies sich schon von Anfang an und nicht ganz unerwartet als inspirierend für Kuration und Kreation. Wir hatten viele spannende Ideen, ein Dutzend davon haben wir zu Projekten gemacht. Bei der Neukonzeption des ursprünglich für April 2020 geplanten Festivals mussten wir dann einige Projekte traurig gehen sehen. Es wurde klar, dass Reisen ein Thema sein würde. Mit der jüngsten Entscheidung, alle Theater bis April geschlossen zu halten, sind wir gezwungen, das Programm noch weiter zu reduzieren. Wie die meisten kulturellen Veranstaltungen unserer Zeit wird auch das ID Festival nur noch online verfügbar sein.

Sind wir darüber glücklich? Im Deutschen gibt es dafür ein schönes Wort: Jein. Nun, wir sind sicher nicht glücklich darüber, dass nicht alle Künstler*innen ihre Arbeiten präsentieren können oder dass wir nicht alle unserer Ideen realisieren konnten. Es ist traurig, dass wir uns nicht persönlich treffen und die Hände schütteln können. Oder einen Toast aussprechen. Oder umarmen. Trotzdem können wir das Absurde streamen und reflektieren, um uns daran zu erinnern, wie großartig es ist, dass wir immer noch das tun können, was wir am liebsten tun. Konzipieren, kreieren, proben, aufführen. Auch, wenn unsere Besucher diesmal nicht physisch anwesend sind, finden wir trotzdem einen Weg, gemeinsam zu feiern. Wir haben hart an diesem Jubiläum gearbeitet und wir werden es Ihnen digital präsentieren, mit Stolz.

Was können Sie von der Online-Ausgabe des ID Festivals 2021 erwarten?

Zunächst einmal freuen wir uns über eine neue Kooperation mit dem Münchner HIDALGO Festival. Wir übertragen live aus der bayerischen Hauptstadt das innovative Projekt »Box-Salon«: ein Liederabend in der ungewöhnlichen Kulisse eines Boxrings. Ebenfalls ungewöhnlich ist das Verworner-Krause Kammerorchester, kurz VKKO, ein zweiköpfiges Techno-Klassik-Monster, angeführt von einem Komponisten-Dirigenten-Duo. Für ihr Debüt beim ID Festival haben wir das Werk »Eternal Valley« in Auftrag gegeben. Der in Berlin lebende israelische Pianist Or Solomon wird die Avantgarde aus der Perspektive des Jazz beleuchten. Er und seine 8-köpfigen Band, Or Solomon & Lightning Orchestra, werden ein wildes, spontanes und unvorhersehbares Set freier Improvisationsmusik spielen.

»SHIUR« ist ein fortlaufendes Projekt, das vom ID Festival seit 2017 unterstützt wird. Das in Berlin ansässige Format bietet textbasierte immersive Erfahrungen, die sich mit Texten von der jüdischen Kabbala und Zen Koans bis hin zu zeitgenössischen Autoren, Philosophen und Denkern beschäftigen. Da das Festival eine Woche vor Pessach stattfindet, werden wir uns mit dem Thema der transzendierenden Freiheit beschäftigen, die mit dem jüdischen Feiertag verbunden ist. Pessach ist ein Feiertag, der Freiheit mit dem Recht verbindet, anders zu sein. Das Erlebnis ist eine Mischung aus Textlesung, Diskurs, Meditation sowie Licht-und Klangreise.

Die absolute Diva der Jubiläumsausgabe ist zweifelsohne Anali Goldberg. Die aus der queeren Clubszene stammende Anali nutzt Psychoanalyse und einige andere, weniger konventionelle Methoden, um die Zuschauer in der Uraufführung von »Wu Seyen di Chayes« auf eine Tour durch ihre genderfluide Tiersammlung zu führen. Das israelisch-deutsche Duo Claudia Eisinger und Marchissio, alias Six Feet Palace, gibt mit »The Code« ihr Debüt: sorgfältig ausbalancierte musikalische Frequenzen und hypnotische Texte, begleitet von der Live-Malerei Cosimo Miorellis. Der Live-Stream dieser Uraufführung bietet zum Abschluss des Festivals eine bewußtseins-reinigende Erfahrung.

~ Ohad Ben-Ari, Gründer & Künstlerischer Leiter

© Ruthe Zuntz

Unsere Geschichte

Das ID Festival wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, israelischen Künstler*innen eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Werke einem lokalen Publikum präsentieren können. Das »israelisch-deutsche« Festival hebt die Verbindung zwischen dem »I« und dem »D« als Paradigma der Hoffnung, des Wandels, der Toleranz und des Verständnisses hervor. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen israelischen und lokalen Künstler*innen und Kunstinstitutionen, wobei auch Brücken zu anderen Minderheiten in Deutschland gebaut werden sollen.

© Bureau Hoyer
© Adar Aviam & Charlotte Sauvaget
© Adar Aviam & Charlotte Sauvaget
© Adar Aviam & Charlotte Sauvaget