»Wu Seyen di Chayes?«

»Wu Seyen di Chayes?«

Eine dysphorische Analyse für Zuschauer*innen, die genug von Heinz Sielmanns Tierwelt haben.

ANALI GOLDBERG, die queere Psychoanalytiker*in des Berliner Nachtlebens, sorgt sich sehr um die armen Kreaturen, denen der Eintritt in den Club verwehrt wurde: um den Pinkwashed Flamingo und seine wundersame Fähigkeit tödliche Säure zu trinken, den genderfluiden Tintenfisch, der sich aus sexueller Vergnügungslust mal als Mann mal als Frau verkleidet, die ausgestorbene extravagante Seekuh aus der Gattung der Sirenen und um viele weitere ungewöhnliche Tiere. Der Mythos der Arche Noah erfährt eine etwas andere, queere Lesart: Eines Tages, so glaubt ANALI GOLDBERG, werden die Tiere sich vereinen und eine neue, alternative und inklusive Weltordnung schaffen, in der alle Zoos geschlossen werden und nur noch Clubs existieren.

ANALI GOLDBERG erblickte 2017 in einem Berliner Club das Licht der Welt. Anali ist eine ältere Frau mit großem Mund, hängenden Brüsten und einer warmen tiefen Stimme. Immer von einer Parfümwolke umhüllt, bewegt sie sich wie ein Chamäleon von einer Toilettenkabine zur nächsten, während sie ihren Hit »I gave all my drugs to heterosexual men« zum Besten gibt. Nach einer lebenslangen Suche hat sie ihre Berufung gefunden – denen eine Stimme zu geben, die keine haben: den Tieren.  In »Wu Seyen di Chayes?« (Jiddisch für »Wo sind die Tiere?«) nimmt ANALI GOLDBERG das Publikum mit auf eine aufregende Entdeckungsreise in ihr Dorf, wo die Wurzeln ihres Mitgefühls für Tiere liegen. 

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Biografie

Ariel Nil Levy wurde 1977 in Tel Aviv geboren. Seit 2001 lebt in Berlin und arbeitet als freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher, Performer und Dramaturg u.a. an der Volksbühne Berlin, dem Schauspiel Frankfurt, dem Schauspielhaus Wien, dem Badischen Staatstheater Karlsruhe, dem Ballhaus Naunynstraße, dem Mousonturm Frankfurt, dem Theater Thikwa Berlin, dem Theater Heidelberg, dem English Theatre Berlin, dem Theater am Kurfürstendamm. Seine Originalproduktion »Schweigeminute« wurde 2010 beim Internationalen Fringe Theatre Festival in Acre in der Kategorie »Bestes Stück« ausgezeichnet. Im Jahr 2012 hat er mit dem Stück »Polio« einen weiteren Preis gewonnen. Neben seiner Bühnenarbeit hat Ariel Nil Levy auch in Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Kürzlich hat er eine der Hauptfiguren im Film »Murer – Anatomie eines Prozesses« dargestellt. Der Film wurde mit dem österreichischen Filmpreis 2019 als Bester Film ausgezeichnet sowie als Bester Film beim Filmfestival Diagonale 2018 in Graz. Sein Alter Ego ANALI GOLDBERG macht seit 2017 erfolgreich die Berliner Club- und Comedy-Szene unsicher.

Deana Mik is an up-and-coming electronic music producer from Tel Aviv. Using inspiration from an array of genres, his way of expressing emotions through music creates a unique progressive experience that will make you move your body. 

Deana Mik ist ein aufstrebender Produzent elektronischer Musik aus Tel Aviv. Seine Art, Emotionen durch Musik auszudrücken, wird von verschiedenen Genres inspiriert und schafft ein einzigartiges progressives Erlebnis, das Körper in Bewegung versetzt. 

Kiki Morse ist Gründungsmitglied des feministischen und künstlerischen Ensembles »Chicks on Speed«. Sie ist das lyrische Mastermind hinter den Titeln »Glamour Girl« und »Coventry« sowie die Kostümbildnerin für die Bühnenoutfits der Band. Nachdem sie zehn Jahre lang mit der Gruppe zusammengearbeitet hatte, beschloss Morse, eine Solokarriere als Musiker und DJ zu starten. Heute lebt sie in Berlin und ist ein fester Bestandteil der berüchtigten Club-Szene.

Norbert Pape arbeitet als freischaffender Künstler im Bereich der Darstellenden Künste. Zudem setzt er sich durch seine Arbeit an ID_Frankfurt, Tanzpanorama und dem Entwurf für ein zukunftsorientiertes Haus für Proben und Forschung für das Entstehen eines Umfelds ein, welches zeitgemäße Produktions- und Arbeitsweisen, Inhalte und Ästhetiken und ihrer Vermittlung im Bereich Zeitgenössischer Tanz, Choreographie und Performance fördert; ein Umfeld, welches es Künstler_innen ermöglicht neue Formate zu entwickeln und neue Arbeitsfelder auszuloten.

Fábio M. Silva ist eine*r interdisziplinäre*r Künstler*in, mit dem Arbeitsschwerpunkt der autobiographischen Dekonstruktion von Identitäts- und Normativitätskonzepten. Ihre Arbeit reicht von einzigartigen geschlechtslosen Modestücken bis hin zu Durational Performance und Experimentalfilm. M. Silvas Arbeiten wurden u.a. im Haus der Kulturen der Welt, den KW Institute for Contemporary Art und dem Hamburger Bahnhof Berlin, beim Stockholm Fringe Festival und der Biennale Venedig ausgestellt. 

Konzept, Text, Performance, Produktion
Ariel Nil Levy aka ANALI GOLDBERG

Lichtdesign
N.N.

Choreografie
Norbert Pape

Kostümbild & Teaser Trailer
Fábio M Silva

Originalmusik
Kiki Moorse & Dean Michelson aka Deanamik

Fotografie
Roni Lugassi

©Merav Maroodi
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Fr 24. April 22:00

Sa 25. April 22:00

Veranstaltungsort
radialsystem Studio A

Tickets
12 € | 8 €

Dauer
1 Stunde 20 Minuten

Sprache
Englisch